Seit der Fußball-Weltmeisterschaft letzten Jahres in Brasilien ist Capoeira vielen Menschen ein Begriff geworden. Immer wieder konnte man im Fernsehen Bilder von zumeist in Weiß gekleideten Bewegungskünstlern sehen, die miteinander tanzten, gegeneinander kämpften, sich dabei überschlugen und Salti sprangen.

Am 27. März 2015, dem letzten Schultag vor den Osterferien, konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d diese außergewöhnliche Sportart selbst einmal ausprobieren. Dazu hatte ihre Klassen- und Sportlehrerin Sabrina Schuck Momo Alvez (Monitor Maquina) und Heidi Buric von der Gruppe „Terreiro Capoeira“ in die Karl-Faller-Halle eingeladen.

Nach der Begrüßung und Vorstellung um 9.30 Uhr begann der Workshop mit intensivem Warmlaufen. Da Kraft und Beweglichkeit wichtige Fähigkeiten für die Capoeira sind, folgte ein ausgiebiges und durchaus auch anstrengendes Kräftigungs- und Dehnungsprogramm.

Dann lernten die Kinder erste Grundbewegungen der Capoeira kennen.

Zunächst einmal gingen sie mit einem Partner zusammen und übten in Reihen durch die Halle „Rolê“, eine Drehung am Boden. Das „Aú“ war allen bereits aus dem Sportunterricht bekannt; es ist die Bezeichnung für ein Rad. Auch dieses wurde paarweise durch die Halle geübt.

Anschließend trainierte die Klasse weitere Techniken in Blockaufstellung:

Den Grundschritt in der Capoeira nennt man „Ginga“. Hier wird der erste Fuß stets seitlich und der zweite dann nach hinten gesetzt. „Cocorinha“ ist eine Bewegung zur Verteidigung. Man geht dabei tief in die Hocke, wobei die gesamte Fußfläche auf dem Boden sein muss. Es ist gar nicht so einfach, dabei nicht umzufallen! Beim „Meia lua de frente“ wird ein Fuß in der Luft kreisförmig von außen nach innen geführt. Und auch das „Aú“ wurde wiederholt. So übte die Klasse eine kleine Bewegungsabfolge ein, bei der die verschiedenen Techniken aneinandergereiht wurden.

Im zweiten Teil des Workshops lernten die Schülerinnen und Schüler Instrumente kennen, die in der Capoeira eine wichtige Rolle spielen. Dazu muss man wissen, dass das Capoeira-Spiel ohne Instrumente und ohne Gesang undenkbar ist. Die Rhythmen bestimmen das Verhalten eines Capoeirastas im Spiel. Besonders auffallend ist das „Berimbau“. Es ist das tragende und zugleich am schwierigsten zu spielende Instrument in der Capoeira und sieht ein bisschen wie ein gespannter Bogen aus. Gespielt wird es mit einem Stein („Dobrao“) und einem Stöckchen („Baqueta“). Das zweitwichtigste Instrument ist die „Atabaque“, eine große hölzerne Trommel. Außerdem hatten Momo und Heidi mehrere Schellentamburine („Pandeiro“) und Rasseln („Caxixi“) mitgebracht, mit denen die Kinder abwechselnd musizieren durften. Wer gerade kein Instrument bespielte, der klatschte einfach in die Hände oder trommelte im Rhythmus auf den Boden. Richtig schwierig wurde es, als die Klasse zum Rhythmus ein typisches Capoeira-Lied singen sollte. Doch mit ein bisschen Übung klappte es so gut, dass noch ein zweites Lied geübt werden konnte. Mit der Verabschiedung endete der Workshop dann um 11.30 Uhr.

Vielen Dank, Momo und Heidi, für euren Besuch! Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d hatten eine Menge Spaß und haben viel Neues von euch gelernt!

gez. Sabrina Schuck

Quelle: Markgrafen-Realschule Emmendingen